Fraunhofer CCIT auf der Hannover Messe 2026

Sichere Datenräume und Datenökosysteme für industrielle Anwendungen

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ECC4P verbindet IIoT-Technologien, Edge-Computing, Cloud-Infrastrukturen, KI-Methoden zur Analyse und Optimierung von Produktionsprozessen sowie Datenraum-Komponenten zu einem modularen Ansatz.
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Die Multimediawand zeigt auf, wie im ECC4P alle Prozessschritte effizient und unter Wahrung der Daten-souveränität ablaufen.
Michael Fritz, Leiter der Geschäftsstelle Fraunhofer CCIT
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Michael Fritz, Leiter der Geschäftsstelle Fraunhofer CCIT

Zum Auftakt der Hannover Messe 2026 (20. – 24. April 2026) zeigt der Fraunhofer Cluster of Excellence Cognitive Internet Technologies CCIT, wie sich sichere Datenräume, Edge- und Cloud-Infrastrukturen sowie industrielle Datenökosysteme heute bereits in konkrete Produktionsanwendungen überführen lassen – und wie daraus die Grundlage für Industrial AI entsteht. Im Fokus stehen der wirtschaftliche Einsatz in der Fertigung, die einfache digitale Nachrüstung bestehender Anlagen (Retrofit) sowie die interoperable Anbindung an Datenökosysteme wie Catena-X und Factory-X. Der Messeauftritt erfolgt im Umfeld eines gemeinsamen Industrie-Ökosystems mit Partnern aus Technologie und Industrie. So präsentiert sich Fraunhofer CCIT am Stand des Technologiepartners German Edge Cloud in Halle 16, Stand A16 und bietet Fachbesucherinnen und Fachbesuchern dort Einblicke in konkrete industrielle Anwendungen sicherer Datenräume und Edge-Cloud-Architekturen.

Der souveräne und kontrollierte Umgang mit Produktionsdaten entwickelt sich für Industrieunternehmen zu einem maßgeblichen Erfolgsfaktor. Daten werden zunehmend standort- und unternehmensübergreifend genutzt, um Prozesse zu optimieren, neue Services zu ermöglichen und Wertschöpfungsketten resilienter aufzustellen. Voraussetzung dafür sind sichere Datenräume, interoperable Schnittstellen sowie eine leistungsfähige Edge- und Cloud-Infrastruktur. Fraunhofer CCIT präsentiert auf der Hannover Messe 2026 Lösungen, mit denen diese Anforderungen in der industriellen Praxis umgesetzt werden können. Der Messeauftritt erfolgt am Stand des Technologiepartners German Edge Cloud in Halle 16, Stand A16. Beide Partner arbeiten an der Entwicklung und Umsetzung industrieller Datenraumtechnologien, unter anderem im Kontext von Catena-X, dem Datenökosystem der Automobilindustrie.

„Für viele Industrieunternehmen wird der souveräne Umgang mit Daten zunehmend zu einer Frage der Wettbewerbsfähigkeit. Entscheidend ist nicht mehr nur, Daten zu erfassen, sondern sie sicher, interoperabel und wirtschaftlich nutzbar in Produktionsprozesse und Wertschöpfungsnetzwerke zu integrieren. Fraunhofer CCIT bringt hierfür die notwendigen technologischen Bausteine zusammen – von Sensorik und Edge-Verarbeitung über Cloud-Analytik und Künstliche Intelligenz (KI) bis zur Einbindung in sichere Datenräume. Mit ECC4P zeigen wir an konkreten Anwendungen, wie diese Architektur in realen Produktionsszenarien funktioniert und sich auch in Bestandsanlagen per Retrofit nutzen lässt. Gemeinsam mit Partnern wie German Edge Cloud führen wir diese Ansätze in eine belastbare industrielle Umsetzung über – mit dem Ziel, Künstliche Intelligenz schnell, sicher und wirtschaftlich in die Produktion zu bringen.“, erklärt Michael Fritz, Leiter der Geschäftsstelle Fraunhofer CCIT.

ECC4P – Edge-Cloud-Continuum für die Produktion

Im Mittelpunkt des Messeauftritts steht das Edge Cloud Continuum for Production (ECC4P). An einer interaktiven Multimediawand demonstriert das CCIT, wie Produktionsdaten entlang einer durchgängigen ECC4P Architektur verarbeitet werden können – von der Datenerfassung und Analyse an der Maschine über Edge-Systeme bis hin zur Nutzung von Cloud-Ressourcen für KI-Anwendungen und der Einbindung in sichere Datenräume und industrielle Datenökosysteme.

Ein konkreter Baustein innerhalb dieser Architektur ist die Kombination aus dem hoch sensitivem Sensor smartNOTCH zur Überwachung von Umformprozessen und dem KI-basierten Qualitätskontrollsystem ALVISTO. Mit Hilfe dieser Zwei-Komponenten-Lösung werden Produktions- und Prüfdaten synchronisiert, zusammengeführt und entlang der Edge-Cloud-Architektur verarbeitet. Die Datenfusion ermöglicht eine durchgängige Bewertung von Prozessverlauf und Ergebnisqualität. Über die industrielle Infrastruktur können die Daten lokal analysiert, cloudbasiert weiterverarbeitet und – unter Wahrung der Datensouveränität und Einhaltung definierter Datennutzungsregeln – in sichere Datenräume integriert werden. Dieser modulare Ansatz kann sowohl in neuen Anlagen als auch in bestehenden Produktionsumgebungen eingesetzt werden und ermöglicht eine skalierbare und zugleich souveräne Datenverarbeitung in industriellen Prozessen. Darüber hinaus eröffnet dieser Ansatz neue datenbasierte Geschäftsmodelle – insbesondere für mittelständische Unternehmen.

Retrofit – bestehende Anlagen an Datenökosysteme anbinden

Ein weiterer Schwerpunkt ist die digitale Nachrüstung von Bestandsanlagen. Da viele Maschinenparks über lange Zeiträume im Einsatz bleiben, gewinnt Retrofit als wirtschaftliche Alternative zum vollständigen Austausch an Bedeutung. Gerade für mittelständische Unternehmen eröffnet dieser Ansatz einen wirtschaftlich tragfähigen Einstieg in datenbasierte Produktionsprozesse und industrielle KI-Anwendungen.

ECC4P unterstützt die schrittweise Integration zusätzlicher Sensorik, Edge-Rechner und Cloud-basierter Analysefunktionen in bestehende Anlagen. Zum Beispiel kann das Lösungs-Duo ECC4P verbindet IIoT-Technologien, Edge-Computing, Cloud-Infrastrukturen, KI-Methoden zur Analyse und Optimierung von Produktionsprozessen sowie Datenraum-Komponenten zu einem modularen Ansatz smartNOTCH und ALVISTO als Retrofit in bestehende Anlagen integriert werden. Diese „minimalinvasive Nachrüstung“ ermöglicht die Erweiterung um datenbasierte Prozess- und Qualitätsüberwachung bei nur sehr kurzer Stillstandzeit. So kann bestehende Anlagentechnik innerhalb kurzer Zeit auf ein technologisches Niveau gehoben werden, das transparente Sensordaten, strukturiertes Datenhandling sowie Anbindungsmöglichkeiten an Edge- und Cloud-Infrastrukturen, KI-Modellierung und sichere Datenräume umfasst – Funktionen, die andernfalls mit erheblichem Integrationsaufwand verbunden wären. Die Lösung stellt dabei eine robuste und industrietaugliche Architektur bereit, die mit überschaubarem Implementierungsaufwand realisiert werden kann.

Die Lösung wurde im Umfeld von Pressen- und Umformprozessen praktisch erprobt. Das Konzept eignet sich darüber hinaus für Anwendungen in der Kombination von Wälzschleifen und Prüfständen zur Endproduktkontrolle sowie der Vor- und Bearbeitung bei spanenden Prozessen des Fräsens und Bohren inklusive der Bauteilvermessung. Die erfassten Daten werden über Edge-Systeme aggregiert und können – sofern gewünscht – in unternehmensübergreifende Datenökosysteme eingebunden werden. So entsteht eine durchgängige Wertschöpfungskette von der Prozessüberwachung über die Qualitätsprüfung bis hin zur strukturierten Datenbereitstellung im sicheren Datenraum.

Exponate – von der Edge über die Cloud bis zum Datenraum

Am Messestand A16 in Halle 16 zeigt Fraunhofer CCIT unter anderem:

ALVISTO – ein KI-basiertes System zur automatisierten visuellen Qualitätskontrolle von Bauteilen und Oberflächen.

smartNOTCH – ein Sensorsystem zur hoch sensitiven und kontinuierlichen Überwachung von Umformprozessen und zur frühzeitigen Erkennung von Werkzeugverschleiß und Prozessfehlern.

In Kombination bilden beide Systeme einen Baustein innerhalb der ECC4P-Architektur. Sie verdeutlichen, wie Prozess- und Qualitätsdaten integriert verarbeitet und ausgewertet sowie anschließend in industrielle Datenökosysteme überführt werden können. Veranschaulicht wird dieses Zusammenspiel im Kontext der ECC4P-Architektur an einer Multimediawand, die den durchgängigen Datenfluss von der Sensorik über die Analyse bis zur Integration in sichere Datenräume sichtbar macht – sowohl für Neuanlagen als auch für Nachrüst-Szenarien.